always a brand new day

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Es schneit…

Als ich heute aus dem Fenster in der Hochschule schaute, sah ich diese riesigen Flocken. Wie toll.
Das einzig miese ist, dass man als Autofahrer nicht schnell vom Fleck kommt, aber das war mir heute egal. Ich hatte Zeit und bin die Landstraße mit 30 – 50 km/h entlang. Es war toll zu sehen, wie viel Rücksicht andere Autofahrer auf einmal nahmen. Alle so vorsichtig und bedacht. Auch wenn es wahrscheinlich gezwungen war: Sie hatten keine Eile mehr. Und ich saß in meinem Auto und genoss die Zeit. Diese Situation war so außergewöhnlich, weil die Welt sonst so im Stress verfällt. Man sollte sich manchmal einfach mehr Zeit für alles nehmen, ganz gleich ob damit Geld in Verbindung steht. Aber da brauche ich ja nichts sagen, ich bin ja meist die erste, die zum Stress aufruft und immer alles auf den letzten Drücker macht. Ich glaube aber, dass es davon genug Leute gibt.
Die Felder und Wiesen sind schneeweiß und es sind riesige Flocken, die inzwischen schon seit mehreren Stunden fallen. Man muss zwar zwei bis dreimal Schneeschippen gehen, aber das macht mir nichts. Denn hier werde ich wieder zum Kind und das macht Spaß. Dieser ganze Pappschnee. Am liebsten hätte ich sofort einen Schneemann gebaut, oder eine Schneeballschlacht veranstaltet. Doch es war niemand, der mitgemacht hätte. Oder ich wäre gerne mit voller Ausstattung in den Wald gegangen, wie früher. Als wir alle zusammen unsere Rodelbahn im Schnee bauten. Denn als Kind hat man genügend Ideen und Fantasie und bastelte sich Schanzen und machte extra Wasser auf die Bahn, damit daraus Eis wurde.. Nur damit alles schneller geht. Wir verbrachten Stunden damit und hatten Spaß. Erst als wir zuhause zurück waren und die Hände und Füße vom Auftauen weh taten, merkte man die Kälte.
So manches mal wie heute wünschte ich mir, ich wäre mal wieder ein Kind. Dann ist alles leichter zu ertragen und man versteht die Bedeutungen nicht so wie heute. Alles ist so ernst geworden und man sieht nur noch die Zukunft vor sich. Als Kind hat man nur die Gedanken vor sich, was man als nächstes spielt. Es wird einem noch nicht so übel genommen, wenn man mal etwas vergisst. Als Kind darf man sich jeglicher Verantwortung entziehen. Das Leben kann unbeschwert sein.
Heute will man nichts schneller als erwachsen werden. Reife zeigen und sich selber älter stellen, als man es ist. Auch ich denke oft, du hast genügend erfahren, langsam kann man die Zukunft planen. Manche Leute haben in meinem Altern ja auch schon Kinder. Oh nein. Daran will ich noch gar nicht denken. Viel zu oft bin ich noch selber Kind und stelle mich an die Luft und fange Flocken mit meinem Mund auf. Und manchmal sitze ich noch da und drücke mein Stofftier an mich und fühle mich so wohl.
Auf der anderen Seite sitze ich hier… Beobachte wie die Flocken in der Dunkelheit auf den Erdboden fallen. Ich mache die Lichter in meinem Zimmer aus und sehe, wie sie in anderen Fenstern angehen. Ich freue mich zu sehen, dass ich gar nicht so allein bin, wie ich immer denke. Manchmal brauche ich es auch, allein zu sein. Um nachzudenken und dann wenn ich alles aufgeschrieben habe, bin ich erleichtert. Ich bin genauso normal wie alle anderen und doch habe ich meine spezielle Art und ich bin so froh dies zu haben. Ich denke oft viel zu ernst an manche Sachen und verzweifle. Aber das finde ich nicht schlimm. Denn ich finde die Worte in Texten, die ich verfasse und ich finde sie eigentlich recht gut. Auch wenn ich manche Menschen damit zu Tränen rühre, die es eigentlich glücklich machen sollte.
Ich bin froh, dass ich so bin, wie ich bin.
Der Schnee fällt immer noch. Ich sitze nun in meinem Zimmer und ich finde es so schön, zu sehen wie es stürmt und schneit. Ich würde so gerne im Sturm stehen und das mir einfach mal alles egal sein kann. Im Einklang mit mir selber, wenn man das so sagen kann. Ich denke an meine Familie und an meine Freunde, mit denen ich so gerne viel Zeit verbringe. Die mir in letzter Zeit zur Seite standen und mich immer unterstützen, wenn es mir mal schlecht geht. Sie hoffen mit mir, aber bringen mich auch auf den Boden der Realität zurück, den ich so gerne in meinen Tagträumen verpasse. Wahrscheinlich konnte mir nichts besseres passieren, als diese Menschen kennenzulernen, auch wenn sie im Moment nicht hier sind, sondern in Australien oder anderswo.
Bei all der Freude über den Schnee, hoffe ich nur, dass meinen Liebsten nie etwas passiert…


--------------------------------------------------------------------
Lieder der Woche:
Donots – “Can’t stop the clocks”
Katy Perry – “Hot ‘n’ Cold”
U2 – “With or without you”
Enya – “May it be”
Jennifer Rush – “The Power of Love”
The Killers – “When you were young”

Zitat der Woche:
“Das Böse in unseren Begierden liegt meist nicht in dem,
was wir wollen, sondern darin, dass wir es zu sehr wollen”
Johannes Calvin

1.12.08 20:03

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lisi (3.12.08 13:58)
Hallo Carli, du magst vielleicht denken, keiner liest mehr deinen blog, aber ich schau immer mal wieder vorbei, wurde oft enttäuscht, dafür aber heute besonders mit diesem wunderschönen eintrag belohnt. ich hab dich auch lieb :D

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen